Erfahrung seit 1983
Die
Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt und auch beihilfefähig (OPS 8-918).
GESICHTSNEURALGIE
Neuralgie im Gesicht
Eine Neuralgie tritt in Form von Schmerzattacken im Ausbreitungsbereich eines sensiblen oder gemischten Nervs auf, i.d.R. ohne Störung der Sensibilität (= Empfindungsvermögen) und ohne nachweisbare Ursache. Eine Neuralgie im Gesicht wird auch als Prosopalgie bezeichnet, obwohl dies nicht ganz korrekt ist, denn die Übersetzung aus dem Griechischen lautet einfach "Gesichtsschmerz".
Folgende Krankheitsbilder im Gesicht erfüllen die Kriterien einer Neuralgie (einfach nur anklicken):
Die einzelnen Schmerzerkrankungen:
| Diese Gesichtsneuralgie (Neuralgie im Gesicht) ist gekennzeichnet durch anfallsartige Schmerzattacken mit maximaler Stärke und überwiegend kurzer Dauer (Sekunden). Der Schmerzbereich deckt sich mit dem Ausbreitungsgebiet des betroffenen Nervenastes. | Der V. Hirnnerv: Nervus trigeminus und seine Äste 1. Ast (V1, Stirnast): N. ophthalmicus 2. Ast (V2, Oberkieferast): N. maxillaris 3. Ast (V3, Unterkieferast): N. mandubularis (Bildquelle: www.pirula.net) |
Die
Schmerzanfälle
können durch physiologische, taktile (= den Tastsinn betreffende),
thermische oder propriozeptive
(= den Eigenreflex betreffende)
Reize ausgelöst werden. Häufige Triggermechanismen
(= Auslösemechanismen) sind Kauen,
Sprechen oder bestimmte Gesichtsbewegungen, die Berührung bestimmter Hautareale,
die Einwirkung von Wasser oder generell Kälteexposition. Meistens sind bei
der
Trigeminusneuralgie
im Gesicht Triggerpunkte bzw. Triggerzonen identifizierbar.
In der Regel tritt die
Schmerzattacke
streng einseitig auf (5% beidseitig) und überwiegend im 2. und 3. Ast (ca. 4% 1.
Ast) (Thoden 1987). Die Beschwerden treten oft periodisch auf,
schmerzfreie Intervalle sind häufig. Manchmal gehen die Attacken auch in äußerst
schmerzhafte längere Salven über. Bei stärksten Schmerzat
tacken treten Zuckungen der Gesicht
s
muskulatur
hinzu (Tic douloureux). Im Anfall ist die betroffene Gesichtspartie meist leicht
gerötet, bedingt durch den
Schmerz kann
Tränensekretion ausgelöst werden, was dann oft zur Verwechslung mit dem
Bing-Horton
- Kopf
schmerz
führt, besonders wenn der 1. Ast betroffen ist. Im Unterschied zur
Horton Neuralgie
treten bei der
Trigeminusneuropathie
die Attacken meist nur am Tage auf.
Bei der körperlichen Untersuchung sind die zugehörigen
Nerven
austrittspunkte oft druckschmerzhaft (bei ca. 60%). Das weibliche
Geschlecht und Patienten jenseits des 40. Lebensjahres erkranken häufiger an
einer
Trigeminusneu
ralgie.
Diagnostik bei einer
Trigem
inusneuralgie: ausführliche
Schmerzanamnese
(=
Schmerzvorgeschichte),
neurologische Untersuchung, bei unklaren Befunden (z.B. neurologische Defizite)
zusätzlich Röntgenaufnahme der Schädelbasis und CT, u.U. auch
Kernspintomographie sowie Liquordiagnostik
(= Hirnwasseruntersuchung).
Die sekundäre Form (= kein eigenständiges Krankheitsbild sondern als Folge einer anderen Erkrankung) einer Trigeminusneuralgie kommt in einer Häufigkeit von 3-5% bei der Multiplen Sklerose vor.
Medikamentöse Schmerztherapie
bei
Trigeminusneuralgie:
Als Mittel der ersten Wahl gelten
bei dieser Gesichtsneuralgie
die Antikonvulsiva
(= eigentlich Mittel gegen das Krampfleiden, aber auch bei diesen
Schmerzen
hilfreich) Gabapentin oder Pregabalin, als 2. Wahl dann Carbamazepin. Die Dosierung soll langsam einschleichend erfolgen. Antikonvulsiva dürfen nicht abrupt abgesetzt werden, sondern langsam
ausschleichend über mindestens 10 Tage. Allzu schnelle Dosisreduktion oder
abruptes Absetzen führen meist zu heftigsten
Schmerzattacken. Bei ungenügender Wirkung von Gabapentin, Pregabalin oder
Carbamazepin können 300-400 mg Phenytoin oder 3-8 mg Clonazepam versucht werden.
Gute Resultate sahen wir teilweise auch unter einer Therapie mit Lamotrigin.
Alternativ, oder in Kombination zur Einsparung von Antikonvulsiva
(= krampflösende
Mittel), kann bei der Tr
igeminus-Neuralgie auch das
zentral wirksame
Muskel
relaxans Baclofen
(= im Gehirn /
Rücken
mark wirkendes Mittel
zur Entspannung von
Muskeln)
versucht werden. Die Dosierung erfolgt einschleichend, z.B. Beginn mit 3x5 mg/d.
In Kombination mit Antikonvulsiva sollte eine Tagesdosis von 90mg nicht
überschritten werden (Steardo et al. 1984). Die Höchstdosierung gibt der
Hersteller allerdings mit nur 75 mg an.
In der Regel sind bei dieser Neuralgie im Gesicht peripher
wirksame
Analgetika
(=
Schmerzmittel)
ohne Nutzen, zentral wirksame allenfalls in hoher
Dosierung.
Hin und wieder sahen wir einen schmerzlindernden Effekt bei der Gabe eines
Gemisches aus Uridin- und Dinatriumsalzen (Keltican®). Dosierung: 2mal
tgl. 1-2 Kps. zusätzlich 2mal wöchentlich eine i.m. -Injektion
(= Spritze in den
Mus
kel).
Bei stärksten
Schmerzattacke
n mit statusähnlichem
Charakter hat sich die Verabreichung von Phenytoin als
Kurzinfusion bewährt.
Bewährt hat
sich bei dieser Neuralgie im Gesicht
auch die
therapeutische Lokalanästhesie
(= Behandlung mit
einem
örtlichen Betäubungsmittel</a)
(Leser et Heferman 1989).
Dabei werden je nach individueller Wirkzeit 2-3 x täglich die betroffenen
Gesicht
snerven an ihren
Austrittspunkten (Foramen supraorbitale, infraorbitale oder mentale) mit ca. 1
ml Bupivacain 0,5%
blockiert und die im Anfall dominanten Schmerzareale und Triggerzonen
flächenhaft mit ca. 2-3 ml Bupivacain infiltriert.
Eine Leitungsanästhesie der
Nerven
maxillaris (= Nerv
des
Oberkiefer
s)
und mandibularis
(= Nerv des
Unterkiefer
s)
kann auch durch die Incisura
mandibulae (= Einbuchtung des Unterkiefers vor dem
Ohr) hindurch mit jeweils ca. 2-3 ml Bupivacain (0,5%) erfolgen. Nächst
höhere Therapiestufen sind dann Blockaden des
Ganglion cervicale superius* oder
Ganglion stellatum
(= Schaltstellen im
unwillkürlichen Nervensystem im hinteren
Rachen
- bzw. seitlichen
Halsbereich).
Unter dieser konsequenten, täglichen Therapie kann dann eine bestehende
Carbamazepin- oder Gabapentin- bzw. Pragabalin-Medikation langsam ausschleichend
reduziert werden, ohne daß heftige
Schmerzattacken
auftreten.
* Die Blockade des Ganglion cervicale superius erfolgt als GLOA (= Blockade mit einem Opium-ähnlichen Wirkstoff), der Nachteil gegenüber der Verwendung eines Lokalanästhetikums (= örtliches Betäubungsmittel) ist aber, daß die Wirkung auch bei wiederholter Anwendung kaum anhaltend ist, da die sympathikolytische (= gefäßerweiternde) Komponente nur gering oder gar nicht ausgeprägt ist.
Neurochirurgische
Interventionsmöglichkeiten bei der
Tr
igeminus-Neuralgie:
Diese sollten bei dieser
Gesicht
s
neuralgie
nur dann zum Einsatz kommen, wenn medikamentöse Behandlungsversuche
erfolglos bleiben.
Nachteil der Elektrokoagulation
(= elektrische
„Verkochung“) des Gangl
ion Gasseri
ist die relativ hohe Rezidivquote (= Rückfallrate).
Eine gefürchtete Komplikation ist eine
Nervenläsion des
opht
halmicus (bis hin zur Erblindung).
Durch
Retroganglionäre Wurzeldurchtrennungen, Traktotomie oder Thalamotomie
werden heute bei einer Neuralgie im Gesicht kaum mehr
durchgeführt (Moebius et al. 1989).
Obsolet (= veraltet)
sind Exhairese (= herausziehen) oder Alkoholinjektionen peripherer Trigeminusäste (Diener et al.
1994).
Insgesamt gesehen hat sich in den letzten Jahren eine zunehmende Zurückhaltung
bei der Indikationsstellung zur operativen Behandlung durchgesetzt (Ausnahme:
Operation nach Janetta).
Nichtmedikamentöse Therapiemaßnahmen haben sich bei dieser Gesichtsneuralgie
nicht bewährt.
Intermediusneuralgie:
Diese
Schmerzkrankheit
ist gekennzeichnet durch streng einseitige, attackenförmig lanzierende
Schmerzen im
Bereich des äußeren Gehörgangs mit Ausstrahlung in die Tiefe des
Ohr
es, zum Gesicht, bis hin zum
Gaumen
dach und
Oberkiefer. Häufig
strahlen die Beschwerden auch nach hinten bis zum
Nacken aus. Oft
gesellt sich eine Hypersekretion
(= Überfunktion)
der Speicheldrüsen dazu. Neben der idiopathischen gibt es auch eine
symptomatische (= als
Krankheitsfolge)
Form bei
Herpes zoster (Zosterinfektion)
des Gangl
ion geniculi, wobei auch eine
Fazialisparese (=
Lähmung des motorischen Gesichtsnervs)
auftritt.
Die Therapie der Wahl bei
Intermedius-Neuralgie
besteht in der Verordnung von Antikonvulsiva
(= krampflösende Mittel),
Gabapentin oder Pregabalin,
als 2. Wahl dann Carbamazepin.
Erfolgversprechend ist auch eine Serie von
Stellatumblockade
n (= Betäubungen einer vegetativen Schaltstelle im seitlichen
Halsbereich).
Neuralgie des N.
glossopharyngeus:
Diese
Schmerzerkrankung
ist gekennzeichnet durch streng einseitige paroxysmal
(= anfallsartig)
einschießende, heftige Schmerzsensationen, die vorwiegend im Bereich des
Rachen
s, des weichen
Gaumen
s und des
Zunge
ngrundes auftreten, manchmal auch mit Ausstrahlung zum
Ohr hin oder in die
Zähne. Eine weitere
Ähnlichkeit mit der
Neuralgie des N.
trigeminus
besteht darin, daß oft Triggermechanismen im Schmerzbereich vorliegen.
Die Diagnose der
Glossopharyngeus-Neuralgie
ist einfach, wenn durch Spateldruck in der Tonsillenregion
(= Mandelregion)
eine typischer
Schmerzanfall
ausgelöst werden kann. Teilweise geben die Patienten an, daß auch durch Gähnen
oder ausgedehnte
Zunge
nbewegungen Attacken ausgelöst werden können. Synkopen
(= kurze Bewußtlosigkeit)
und Herzstillstände sind beschrieben, dürften jedoch äußerst selten sein.
Manchmal strahlen die Beschwerden zum Mastoid (=
Knochen
hinter dem Oh
r) aus, was zur Verwechslung mit der
Neuralgie des N.
intermedius
führen kann. Wie bei der Trigem
inus- Neuralgie kommen auch
schmerzfreie Intervalle vor.
Therapeutisch gelten auch bei dieser
Gesicht
s
neuralgie
als Mittel der Wahl wieder Gabapentin
oder Pregabalin, als 2. Wahl dann Carbamazepin. Erfolgversprechend ist auch eine Serie von
Stellatumblockade
n (= Betäubungen einer vegetativen Schaltstelle im seitlichen
Halsbereich).
Hilfreich, vor allem wenn
die Attacken nicht so häufig auftreten, ist auch eine Oberflächenanästhesie
(=
Oberflächenbetäubung)
im hinteren Rachenbereich mit 2%igem Lidocain
(= ein mittellang wirkendes
örtliches Betäubungsmittel)
in Sprayform. Mittels des langen und dünnen Auslaßröhrchens können die einzelnen
Hübe ziemlich genau in den Triggerbereichen plaziert werden. Der Patient kann
die Anwendung ohne weiteres vor dem Spiegel erlernen. Bei einer solchen
Selbstmedikation muß wegen der Gefahr der Überdosierung die Anzahl der
Einzelhübe und der möglichen Gesamthübe eines ganzen Tages vorgeschrieben
werden. Da gerade im Schleimhautbereich mit einer raschen und zuverlässigen
Resorption gerechnet werden muß, ist diese Unterweisung besonders sorgfältig
durchzuführen.
Zur
Schmerztherapie
kann auch eine wiederholte
Infiltrationsanästhesie
mit
Bupivacain 0,5%
(= ein lang wirkendes örtliches
Betäubungsmittel) versucht werden.
Der Einstich erfolgt am oberen bzw. ventralen Rand des vorderen
Gaumen
bogens, ca. 1-2cm neben der Mittellinie. Die Schwierigkeit dieser
Injektion besteht darin, daß die Glossopha ryngeus-
Neuralgie insgesamt recht selten auftritt und deshalb Übung in der
Handhabung dieser Injektionstechnik selten erreicht wird. Außerdem ist die
Injektionsbehandlung für den betroffenen Patienten in der Regel so schmerzhaft,
daß sie nicht wie bei der Trigeminus- Neuralgie über 10-14
Tage hinweg 2x täglich durchgeführt werden kann.
Eine gute Therapiemöglichkeit bietet die
Stellatumblockade
(= Betäubung einer vegetativen
Schaltstelle im seitlichen Halsbereich). Die wiederholte Instillation von
Procain, wie sie auch in neueren Veröffentlichungen noch propagiert wird, muß
zugunsten der lang wirkenden Lokalanästhetika aufgegeben werden.
Vor neurolytischen
(= nervenzerstörenden)
Blockaden wegen der Gefahr der Nekrosebildung
(= örtlicher Gewebstod)
und nachfolgender Infektion dringend zu warnen.
Nach Janetta (1967) können die neuralgischen Beschwerden durch eine
Nervenkompression durch die A. vertebralis
(= Schlagader an der
Wir belsäule)
entstehen, wobei sich eine operative Dekompression anbietet.
Neuralgie des N.
laryngeus superior:
Diese
Schmerzerkrankung
ist gekennzeichnet durch heftige, attackenförmige Beschwerden, die in der Regel
sekundenlang (bis zu 2 Min) anhalten. Die Beschwerden werden hauptsächlich im
seitlichen Kehlkopfbereich verspürt, nicht selten aber dominieren die
Ausstrahlungen zum
Unterkiefer (Kiefer
winkel) bis zum
Oh
r
läppchen oder
Gaumen und geben
dann zur Verwechslung mit der Glossopha ryn
geus-
Neuralg ie
Anlaß.
Bei der
Laryngeus-superior-Neuralgie bilden sich
typische Triggermechanismen (= Auslösemechanismen)
wie Schlucken, Sprechen, Husten oder starkes Gähnen aus. Wie bei der Trigemi
nus-
Neuralg ie sind im
Langzeitverlauf auch schmerzfreie Intervalle möglich. Die Beschwerden treten
streng einseitig auf.
Der Nerv entstammt dem N. vagus (= ein sog. Hirnnerv). Er
tritt seitlich durch die Membrana thyroidea hindurch, wo er einer örtlichen
Betäubung mit einem
Lokalanästhetikum
zugänglich ist. In hartnäckigen Fällen wird man sich zu
Stellatumblockade
n (= Betäubung
einer vegetativen Schaltstelle im seitlichen Halsbereich)
entschließen. Ansonsten gelten bei dieser
Gesicht
s
neuralgie
als Mittel der Wahl ebenfalls Gabapentin bzw. Pregabalin oder auch Carbamazepin.
Synd rome die dem Cluster-Kopfschmerzen ähnlich sind
Ganglion pterygopalatinum-Neuralgie
(Sluder-Syndrom):
Diese Gesichtsneuralgie ist charakterisiert durch
länger dauernde
Schmerzanfälle (bis
zu 20 min, selten länger) die sowohl am Tage als auch in der Nacht auftreten
können. Betroffen ist einseitig die Orbita
(= Augenhöhle),
der innere Augenwinkel und die
Nase
nwurzel, oft mit Ausstrahlungen zum
Oberkiefer,
Rachen
und
Ohr. Als
charakteristisch gilt ein anfallsartiger heftiger Niesreiz (Soyka 1989).
Wie beim
Bing-Horton Syndrom tritt häufiger Tränen- und
Nase
nfluß auf.
Oftmals läßt sich das Schmerzbild als
Custer-Kopfschmerz
und
Zervikalsyndrom
auflösen, so daß die
Sluder-Neuralgie
als eigenständiges
Schmerzsyndrom umstritten ist (Thoden 1987).
Nasoziliaris-Neuralgie (Nasociliarisneuralgie,
Nasoziliarneuralgie):
Der Nervus nasociliaris ist ein sensibler Ast des N. opht
halmicus, der mit seinem Endast (N. infratrochlearis) die
Unterlidschleimhaut sensibel versorgt. Diese ebenfalls einseitig auftretende
Gesichtsneuralgie
(Neuralgie im Gesicht)
ist gekennzeichnet durch unterschiedlich lang anhaltende Schmerzat
tacken im Bereich des inneren Augenwinkels mit regelmäßiger Ausstrahlung
zur Orbita (=
Augenhöhle)
und zum
Nase
n
rücken. Während des
Schmerzanfalls kommt es oft zu einer Rötung und verstärkten Schweißsekretion im
Bereich der schmerzseitigen
Stirnhälfte.
Triggermechanismen (=
Auslösemechanismen) sind beschrieben.
Am Auge können entzündliche Veränderungen vorhanden sein.
Die Therapie dieser
Gesicht
s
neuralgie
orientiert sich an der des
Cluster-Kopfschmerz
es. Besonders zu empfehlen ist die intranasale
(= in die Nase)
Oberflächenanästhesie mit z.B. Lidocain-Spray 2%
(= ein mittellang wirkendes
örtliches Betäubungsmittel).
Hilfreich sind oft auch Infiltrationen im Gebiet des Gangl
ion ciliare mit einem lang wirkenden
Lokalanästhetikum
oder
Stellatumblockade
n (= Betäubung
einer vegetativen Schaltstelle im seitlichen Halsbereich).
Beim
SUN
CT-Syndrom
können ebenfalls anfallsartige Gesicht
sschmerzen auftreten.
Bei dieser Krankheit kommt es zu 15 bis 120 Sekunden lang anhaltenden,
einseitigen
Schmerzattacken um
das Auge herum, begleitet von konjunktivaler Injektion
(= Sichtbarwerden feiner Blutgefäße im Auge als Folge von
Blutfülle), Lakrimation
(= Tränenfluß)
und
Nase
nträufeln. Zusätzlich besteht ein gleichseitiges
Gesich
t
sschwitzen, das aber meist nur gering ausgeprägt ist. Auch kann es zu
einem Lidödem (=
Schwellung des Augenlides infolge einer Flüssigkeitsansammlung)
kommen.
Die heftigen
Schmerzen können
bis zu 200 mal pro Tag auftreten. Das Krankheitsbild zeigt typischerweise einen
episodischen Verlauf mit Remissionen
(= vorübergehendes Nachlassen der Krankheitszeichen, ohne daß
eine Genesung eintritt) von Monaten
bis Jahren.
Zum Schluss noch gute Nachrichten, auch für Schmerzpatienten
Laut den Ausführungen des Bundesministeriums für Gesundheit haben
seit dem 1.4.2007 alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen
Krankenkasse einen
Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation
und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst
aussuchen. Quelle:
Web-Seite der
Bundesregierung und
Brief
des Bundesgesundheitsministeriums an die Sozialministerien der Länder als
Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Krankenkassen.
Zu diesem
Wahlrecht gibt es mittlerweile auch einUrteil des hessischen
Landessozialgerichts (Az.: L 1 KR
2/05): Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen
Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet,
die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu
berücksichtigen.
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